Was ein Hofladen-Onlineshop kostet, lässt sich nicht mit einer Zahl beantworten, und das liegt nicht an den Anbietern. Es liegt daran, dass die Frage meistens zu eng gestellt ist. Gemeint ist die monatliche Gebühr, entscheidend sind aber vier weitere Posten, von denen einer größer ist als alle anderen zusammen.

Dieser Artikel geht die Posten einzeln durch, sagt, wo typische Spannen liegen, und zeigt, woran du erkennst, ob sich die Sache für deinen Betrieb rechnet.

Die fünf Posten, aus denen sich die Kosten zusammensetzen

PostenArtWorauf es ankommt
Shopsystemmonatlich oder jährlichUmfang, Zahl der Produkte
Zahlungsanbieterpro TransaktionProzentsatz plus Festbetrag je Zahlung
Domainjährlichmeist zweistellig im Jahr
Einrichtungeinmaligüberwiegend deine eigene Zeit
Laufende PflegewöchentlichProdukte, Preise, Verfügbarkeit

Die ersten drei stehen auf Rechnungen. Die letzten beiden nicht, und genau deshalb werden sie unterschätzt.

Warum deine eigene Zeit der größte Posten ist

Rechne es einmal durch, auch wenn es unangenehm ist.

Die Einrichtung kostet dich je nach Sortiment zwischen einem und drei Tagen. Produkte anlegen, Beschreibungen schreiben, Fotos machen, Abholfenster festlegen, Kontakte übertragen. Das ist einmalig, aber es ist echte Arbeitszeit.

Dazu kommt die laufende Pflege. Bei einem schlanken Sortiment sind das etwa dreißig Minuten pro Woche, also rund 25 Stunden im Jahr. Bei zweihundert Artikeln mit wechselnder Verfügbarkeit wird daraus ein Vielfaches.

Wenn du deine Stunde mit einem realistischen Satz ansetzt, ist dieser Posten in fast jedem Fall größer als die Softwaregebühr. Das ist kein Argument gegen den Shop, aber es ist das Argument dafür, das Sortiment klein zu halten.

Was beim Zahlungsanbieter anfällt

Der zweite Posten, den die meisten übersehen, weil er nicht monatlich kommt, sondern pro Verkauf.

Übliche Modelle bestehen aus einem Prozentsatz vom Umsatz plus einem festen Betrag je Zahlung. Der feste Betrag ist der kritische Teil: Bei einer Bestellung über 80 Euro fällt er kaum ins Gewicht, bei einer über 6 Euro schon.

Daraus folgt eine praktische Regel: Setz einen Mindestbestellwert, wenn du online kassierst. Viele Betriebe legen ihn so, dass sich eine Bestellung mit dem Packaufwand noch rechnet, und das ist meist deutlich mehr als der Wert einer einzelnen Tüte Nudeln.

Wer bei Abholung kassiert, hat diesen Posten nicht. Dafür hat er Nichtabholungen, und bei Ware, die du eigens herrichtest, kann das teurer sein.

Was du dir sparen kannst

Drei Dinge, für die regelmäßig Geld ausgegeben wird, ohne dass es nötig wäre.

Agenturen für die Ersteinrichtung. Wenn das System etwas taugt, legst du zwanzig Produkte selbst an. Die Zeit, die du für die Erklärung an eine Agentur brauchst, ist nicht viel kürzer.

Professionelle Produktfotos zum Start. Eine ordentliche Aufnahme bei Tageslicht vor gleichem Hintergrund reicht völlig. Wenn der Shop läuft, kannst du immer noch investieren.

Ein Sortiment, das nur gepflegt werden muss. Jeder Artikel, der online steht und nie bestellt wird, kostet dich Pflegezeit ohne Gegenwert.

Wie du das Sortiment sinnvoll zuschneidest, steht im Artikel zu Onlineshop für den Hofladen erstellen.

Wie du erkennst, ob es sich rechnet

Nicht am Umsatz des Shops, und das überrascht die meisten.

Ein Hofladen-Onlineshop ersetzt selten Verkäufe, die sonst nicht stattgefunden hätten. Er verlagert sie. Wer vorher am Telefon bestellt hat, bestellt jetzt online, und der Umsatz ist derselbe.

Der Gewinn liegt an drei anderen Stellen.

Weniger Rückfragen. Jede Bestellung, die vollständig hereinkommt, spart dir ein Telefonat. Bei zwanzig Bestellungen pro Woche ist das eine Stunde.

Weniger Fehler. Vergessene Bestellungen kosten nicht nur die Ware, sondern Vertrauen bei Stammkundschaft.

Übergabefähigkeit. Wenn die Packliste stimmt, kann jemand anderes den Packtag machen. Das ist für die meisten Betriebe der eigentliche Wert, und er taucht in keiner Umsatzrechnung auf.

In der Kontaktverwaltung siehst du nach einem halben Jahr außerdem, wer regelmäßig kauft. Diese Information hattest du vorher nicht, und sie ist der Ausgangspunkt für alles Weitere.

Ab wann es sich nicht lohnt

Ehrlich gesagt gibt es diesen Fall.

Wenn du fünf Bestellungen im Monat hast und sie am Hoftor abwickelst, ist ein Shop Mehraufwand. Dasselbe gilt, wenn dein ganzes Geschäft über einen gut laufenden Automaten läuft und niemand nach Vorbestellung fragt.

Die Schwelle liegt erfahrungsgemäß dort, wo du anfängst, Bestellungen zu notieren, um sie nicht zu vergessen. Vorher ist es Luxus, danach wird es notwendig.

Was marktbase kostet

Dazu machen wir hier bewusst keine Angabe, weil der Preis vom Umfang abhängt und wir lieber einmal mit dir sprechen, als eine Zahl in den Raum zu stellen, die für deinen Betrieb nicht stimmt. Was du von uns bekommst, ist eine ehrliche Einschätzung, ob sich der Schritt für dich überhaupt lohnt.

Unabhängig davon gilt alles oben Beschriebene für jeden Anbieter. Die Posten sind dieselben, nur die Zahlen unterscheiden sich.

Was du vor einem Vergleich klären solltest

Drei Fragen, die den Preis stärker beeinflussen als der Grundbetrag.

Ist Abholung der Regelfall? Systeme aus dem Versandhandel behandeln sie als Versandart mit Preis null. Was dir dann fehlt, baust du in Notizfeldern nach, und das kostet dich wöchentlich Zeit.

Kommt die Packliste aus dem System? Wenn du exportierst und in einer Tabelle sortierst, hast du die Arbeit nur verschoben.

Wem gehören die Kundendaten? Bei Portalen und Marktplätzen gehört die Kundenbeziehung dem Portal. Das steht auf keiner Rechnung und ist trotzdem der größte Posten.

Mehr dazu steht im Artikel zu Bestellsystem für Direktvermarkter.

Wie du den Aufwand klein hältst

Weil die Pflegezeit der größte Posten ist, lohnt sich jede Entscheidung, die sie senkt.

Zwanzig Produkte statt zweihundert. Die wenigen, die ohnehin ständig bestellt werden, decken den Großteil ab. Alles andere verkaufst du weiter vor Ort.

Mehrere Einheiten statt mehrerer Artikel. Eine Sorte mit drei Verpackungsgrößen ist ein Eintrag, nicht drei. Das halbiert die Pflege bei gleichem Angebot.

Artikel heraus statt auf nicht verfügbar. Was nicht da ist, kommt weg und zur Saison wieder rein. Das spart Rückfragen und sieht besser aus.

Abholfenster statt Einzelabsprachen. Wenn die Packlisten die Termine kennen, entfällt das Hin und Her über jeden einzelnen Abholzeitpunkt.

Betriebe, die so anfangen, kommen auf die genannte halbe Stunde pro Woche. Wer mit dem vollen Sortiment startet, braucht ein Vielfaches und hört meist nach ein paar Monaten wieder auf.

Fazit

Was ein Hofladen-Onlineshop kostet, entscheidet sich weniger an der Gebühr als an zwei Dingen: wie groß dein Sortiment ist und ob das System Abholung von Haus aus kann. Beides bestimmt deine Pflegezeit, und die ist der größte Posten.

Die nützlichste Rechnung ist deshalb nicht der Vergleich von Monatspreisen, sondern die Frage, wie viele Stunden du pro Woche mit Bestellungen verbringst und wie viele davon wegfallen würden.